Wetter und andere Himmelsdinge

Januar 31st, 2019

Heute bin ich auf dem Weg in die Arbeit in einen wahnwitzigen Sonnenaufgang hineingefahren. Blutroter Himmel und leuchtend rosa Wolken vom üblichen Schornstein.
Ich hätte das gerne fotografiert. Aber wie das dann so ist: sonst hänge ich an jeder Ampel fest und könnte gerade mal das Handy hochreißen. Aber heute: grüne Welle. Das Handy bleibt in der Tasche.
Inzwischen ist der Himmel wieder grau.

Eos: Nett, dass du mich heute mal im Wagen mitnimmst.
Helios: Gern geschehen. Sitzt du bequem da vorne? Hübsche Farbe, das.
Eos: Nicht wahr?
Helios: Und jedes Wölkchen einzeln rosa. Du bist so begabt, Schwesterchen.
Eos: Ich habe einen Sinn für Details. Und immer verdammt wenig Zeit. Bis er kommt.
Helios: Wer?
Eos: St. Petrus. Der von der miesepetrigen Konkurrenz. Da ist er schon.
St, Petrus: Macht euch vom Acker! Wetter ist meine Sache.
Eos: Und was hast du für heute vorgesehen?
St. Petrus: Ich denke, ein gleichförmiges Mittelgrau mit vereinzeltem Schneeregen ist genau richtig.
Helios: Und wie soll ich da durch die Wolken scheinen?
St. Petrus: Sollst du ja nicht. Sonst glaubt nocn jemand an dich, Gott bewahre.
Eos: Tut er das?
St. Petrus: Er hat das delegiert. Lean Management und so.
Eos: Und du?
St. Petrus: ich bin für das Wetter zuständig. Darüber hinaus bin ich Portner.
Helios: Türsteher für den Harfenclub. Dukommsthiernichtrein. Dukommsthiernichtrein.
St. Petrus (erbost): Es ist ein verantwortungsvoller Posten!
Helios: Wir haben dafür einen Hund. Der kann das genausogut.
Eos: Zerberosilein. So süß.
St. Petrus: Ach? Mit rosa Wölkchen?
Eos: Extra für dich würde er sicher auch rosa Wölkchen furzen. Bevor er dich zerreißt.
St. Petrus: Jetzt verschwindet. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Der Mohr kann gehen.
Eos: Das heißt jetzt: Der pigmentell Benachteiligte hat seine Schuldigkeit getan. Der pigmentell Benachteiligte kann gehen.
St. Petrus: Unsinn. Das ist Schiller.
Eos: Dann ist Schiller ein Rassist. Aber ich wette, den hast du reingelassen.
Helios: Wetterfrosch und Türsteher. Und so einer ist verantwortlich für das Klima.
St. Petrus: Bin ich nicht. Nur für das Wetter. Nicht für das Klima. Das haben wir outgesourcet.
Helios: An wen?
St. Petrus: An die Menschen.
Helios: Seid ihr wahnsinnig?
Eos: Jetzt wundert mich nichts mehr.
St. Petrus: Alles eine Frage des Glaubens.
Eos: Die Erderwärumung ist doch keine Glaubensfrage! Wenn die Meere ansteigen und die Menschen ersaufen, werden sie nicht verschont, wenn sie nicht daran glauben.
Helios: Und ich muss im Sommer im Akkord ackern. Und – St. Petrus – geh von meinem Trittbrett runter.
Eos: Der Wetterheilige – Trittbrettfahrer des Sonnengottes.
St. Petrus: Fräulein Eos, ich verbitte mir das. Und jetzt hören Sie schon mit diesem Rosa auf. Das ist sexuell konnotiert und somit von Übel.
Eos: Soll ich dir mal zeigen, was so richtige sexuell konnotiert ist, du Laffe? Soll ich es dir zeigen? (Lüpft das Griechenröckchen und streckt dem Heiligen die Hinterfront entgegen)
St. Petrus (hält sich die Augen zu): Heilige Mutter Gottes und alle Nothelfer!
Auf der Welt verdichten sich die Schneeflöckchen zu einem Blizzard.

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Alljährliche Dreikönigsgeschichte

Januar 6th, 2019

Frau Melchior: Du willst einem Stern nachreisen? Einem Stern? Müsste der nicht schneller sein als du zu Fuß?
Herr Melchior: Wir haben Kamele.
Frau Melchior: Ach, und die sind schneller als Sterne?
Herr Melchior: Davon verstehst du nichts!
Frau Melchior: Immer, wenn dir keine vernünftige Antwort einfällt, verstehe ich von irgendetwas nichts. So geht das nicht! Sterne wandern in einer Nacht über den ganzen Himmel! Kann das dein Kamel auch?
Herr Melchior: Von Kamelen verstehst du auch nichts.
Frau Melchior: Was? Ich leite hier die Karawanserei – während du nur nachts in die Sterne guckst und tagsüber schläfst. Melchiors Karawanserei steht da dran! Und wer macht die ganze Arbeit? Ich!
Herr Melchior: Sternenkunde ist unerlässlich. Sicher passiert ja was Wichtiges! [verzieht sich]
Frau Kaspar [tritt ein]: Wer ist jetzt schon wieder auf diese blöde Idee gekommen?
Frau Melchior: Ich nicht. Da kannst du sicher sein.
Frau Kaspar: Er will einem Stern nach. Einem götterverdammten Stern!
Frau Melchior: Meiner auch.
Frau Kaspar: Dann kommt sicher gleich …
Frau Balthasar [tritt ein]: Ein wichtiges Kind wird geboren, sagt er. [deutet auf ihren runden Bauch]. Das ist nicht unbemerkt geblieben, sage ich. Und was sagt er? Er würde nicht von unserem Kind sprechen! Nicht von unserem! Kann irgendeines gerade wichtiger sein?
Frau Melchior: Setz dich erst mal
Frau Kaspar: So eine saublöde Idee!
Frau Melchior: Möchte jemand Kekse?
Frau Balthasar: Ja bitte. Und hast du saure Datteln?
Frau Kaspar: Huldigen will er. Weiß noch nicht, wem, wann oder wo, aber huldigen will er auf jeden Fall.
Frau Balthasar: Meiner auch. Ganz wild auf diese Huldigerei. Als könnte er hier nicht auch huldigen. Wir haben genug Götter. Und Sterne.
Frau Melchior: Und Ehefrauen.
Frau Kaspar: Geschenke will er mitnehmen! Als hätten wir was zu verschenken!
Frau Balthasar: Meiner auch. Ließ sich nicht davon abbringen. Du weißt doch gar nicht, für wen. Und was sagt er da? Ein Kindlein! Ich bitte dich! Ein Kindlein! Wir haben schon fünf, und bald kommt das sechste!
Frau Melchior: Meiner hat gesagt, ein König. Also unserer kann es nicht sein. Seit der letzten Steuerprüfung würde der Meinige keinesfalls noch irgendetwas freiwillig dem König schenken.
Frau Kaspar: Meiner hat gesagt, es ginge um den Prophezeiten. Lies nicht so viel Fantasy, habe ich ihm gesagt. In schlechter Fantasy gibt es immer einen Prophezeiten. Von wem prophezeit, habe ich ihn gefragt. Wusste er nicht. Und wofür, habe ich gefragt. Wusste er auch nicht.
Frau Balthasar: Gar nichts wissen die.
Frau Melchior: Nach Westen wollen sie. Dabei wäre der Weg nach Indien gewiss lukrativer. Sonst rühren sie sich nicht fort von ihrem Diwan, und jetzt wollen sie nach Westen. Da sind die Römer, habe ich gesagt. Die willst du doch nicht treffen! Niemand legt sich freiwillig mit den Römern an! Militärisch organisierte Heuschreckenplage.
Frau Kaspar: Meiner will sein Schwert mitnehmen.
Frau Balthasar: Kann er denn damit umgehen?
Frau Kaspar: Als er es von der Wand genommen hat, habe ich es erst mal abgestaubt. Und er hat sich in den Finger geschnitten. Und gejammert.
Frau Melchior: Gold, Weihrauch und Myrrhen wollte meiner mitnehmen! Für ein Kindlein?, habe ich ihn gefragt. Wäre da ein Satz guter Windeln, was zum Anziehen und was zum Essen nicht sinnvoller? Wir haben eingekochten Dattelbrei! Kinder mögen so was! Gold! Ich glaube, es hackt.
Frau Balthasar: Sie wollen es sich aufteilen. Einer bringt Gold, einer Myrrhe, einer Weihrauch.
Frau Melchior: Teurer geht’s wirklich nicht. Er könnte doch Übernachtungsgutscheine für unsere Karawanserei mitnehmen! Da hat der Prophezeite doch auch was davon, wenn er mal groß ist. Vielleicht reist er ja gerne.
Frau Balthasar: Männer! Diese Huldigerei lassen sie sich was kosten! Aber wenn ich mal einen neuen Kaftan will …
Frau Kaspar: Ich hatte einen grässlichen Traum.
Frau Melchior: Jetzt fang du nicht auch noch mit Prophezeiungen an!
Frau Balthasar: Was hast du denn geträumt?
Frau Kaspar: Ich habe geträumt, sie seien verschleppt worden und man hätte sie in einem goldenen Schrein gefangen, weit, weit im Nordwesten.
Frau Melchior: Bei den Barbaren?
Frau Balthasar: Oder bei den Römern?
Frau Kaspar: Weiß nicht. Könnte beides sein.
Frau Melchior: Du glaubst wirklich, unsere Ehemänner kriegen einen goldenen Schrein? Einen wertvollen?
Frau Kaspar: Jedenfalls werde ich ihnen dort ganz bestimmt nicht huldigen!
Frau Melchior: Ich sehe schon, wir werden wieder alles organisieren müssen, wenn sie sich schon nicht davon abbringen lassen. Also: wir packen ein paar vernünftige Kleinkindgeschenke ein. Und ich stelle ein paar der Männer als Schutztruppe zusammen. In unserer Karawanserei gibt es immer ein paar Haude…krummschwerter, die eine Anstellung suchen. Und dann schärfen wir ihnen ein, die Römer zu meiden. Und diesen Herodes. Von dem hört man auch nichts Gutes. Und nichts mitnehmen, das man ihnen allzu gerne stehlen will.
Frau Balthasar: Hört ihr das? Ich glaube, sie reiten gerade los.
Frau Melchior: Ach du je. Ohne Sinn und Verstand.
Frau Kaspar: Ohne Schutztruppe.
Frau Melchior: Ohne Karawane.
Frau Balthasar: Sollte mich wundern, wenn sie auch nur Wäsche zum Wechseln eingepackt hätten.
….
Frau Melchior: Ich mach dann mal Tee.
Frau Melchior + Frau Kaspar + Frau Balthasar: Männer!

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Dezember 23rd, 2018

„Was ist Weihnachten?“, fragte Sven.
„Da kommt der Weihnachtsmann!“, sagte der Vater, ohne von seinem Handy aufzublicken.
„Nein, das Christkind“, sagte Oma bestimmt.
„Wer denn nun?“, fragte Sven.
„Und wer ist dann dieser Santa?“, fragte Marie-Louise. Sie war nur wenig älter als Sven, meinte aber doch, ihr größeres Detailwissen darstellen zu müssen.
„Das heißt Satan!“, korrigierte Oma, deren Weltsicht entschlossen unamerikanisch war.
„Heißt es nicht!“
„Santa und Satan sind nicht das gleiche, trotz des Anagramms “, korrigierte Vater und begann, auf Wikipedia die jeweiligen Definitionen nachzusehen. „Ich zeig’s euch gleich.“ Seine dicken Finger schoben über das Smartphone, und seine Stirn runzelte sich, als müsste er ein Tau durch ein Nadelöhr führen.
„Und welche Rolle spielt dieser Nikolaus mit seinem Krampus?“, fragte Maximilian-Alexander, der sich als Teenager schon entschieden zu alt fühlte, als dass er noch an so was glauben wollte. „Was für ein seltsames Verhältnis haben die beiden eigentlich? Der eine trägt lange Kleider und komische Hüte, und der andere prügelt gerne Kinder.“
„Schäm dich!“, begehrte Tante Edeltraut auf. „So was sagt man nicht!“
„Aber komisch ist es schon!“, triumphierte Maximilian-Alexander. Wenn Tante Edeltraut meinte, er sollte sich schämen, war das ein untrügliches Zeichen, dass er irgendwie gewonnen hatte.
„Das ist katholisch!“, erklärte Tante Edeltraut. Onkel Eberhard verschluckte sich am Glühwein und hustete unchristlich. „Sei du bloß still!“, zischte die Tante. „Wenn es nach dir ginge, wären wir alle Heiden!“
„Welche Art von Heiden?“, fragte Anna-Kathrin. Sie studierte im ersten Semester Soziologie und Völkerkunde und hinterfragte gerne alles. „Europäische Heiden? Asatru? Wicca? Oder mehr etwas Außereuropäisches? Buddhismus ist zurzeit sehr gefragt.“
Der Vater hatte gerade Satan gefunden und begann nun, Asatru und Wicca zu googeln. „Ich hab’s gleich“, sagte er. Niemand glaubte ihm.
„Was ist denn nun Weihnachten?“, fragte Sven patzig.
„Wir erklären das doch gerade! Das ist nicht so einfach.“
„Und die Sheepboys und die jubelnden Jahresendflügler sollten wir auch nicht vergessen“, warf Maximilian-Alexander dazwischen, der ein untrügliches Gefühl dafür entwickelt hatte, wann ein Kommentar am wenigsten passte. Tatsächlich hatte er diese Art der Kommunikation zur Kunstform erhoben.
„In Nürnberg ist das Christkind weiblich“, dozierte Anna-Kathrin. „Eventuell lassen sich da vorchristliche Wurzeln erkennen – Muttergottheit und so. Überhaupt ist Weihnachten zu einem nicht unerheblichen Teil vorchristlich. Sonnwendriten und Immergrün. Das hat nicht wirklich etwas mit einer orientalisch-patriarchalischen Religion zu tun, die von den Römern annektiert und auf irgendeinem Konzil für das römische Denken passend geschliffen wurde und seitdem eine Art Markenschutz betreibt.“
„Markenschutz?“, fragte Onkel Eberhard.
„Wie der Coca-Cola Schriftzug. Nie was ändern, damit sich die Kunden mit der Marke identifizieren können. Und die verbrennen, die das Markenrecht verletzen.“
„Schreibt man Wicca mit ck oder mit zwei k?“, fragte der Vater.
„Weihnachten hat doch nichts mit Coca-Cola zu tun!“, schimpfte Oma.
„Santa Claus schon!“, erklärte Marie-Louise. „Der kommt immer mit dem Coca-Cola-Truck.“
„Ich dachte, mit dem Schlitten?“, fragte Onkel Eberhard unschuldig. „Mit Rennmäusen.“
„Rentieren, Onkel Eberhard, Rentieren.“
„Mit roten Nasen. Vielleicht ein politisches Statement?“ Onkel Eberhard klang manchmal so, als wäre er gerne Maximilian-Alexander. Tante Edeltraut sah dann meist so aus, als bekäme sie gerade Verstopfung.
„Santa kommt mit dem Schlitten und schlüpft durch den Kamin!“
„Schwierige Angelegenheit bei Zentralheizung“, murmelte Maximilian-Alexander. „Bei dem Durchmesser von Heizungsrohren müsste er dann die Form einer sehr, sehr langen Cabanossi haben. Mit roter Pelle und flauschigen Enden.“
„Ihr seid alle blöd!“, konstatierte Marie-Louise.
Und Oma nickte: „Richtig, mein Kind. Sehr blöd.“
„Und was ist jetzt Weihnachten?“, fragte Sven noch einmal, dem ein einfacher Satz lieber gewesen wäre als ein verbales Wimmelbild.
Die Tür ging.
„Das wird Karin sein. Sie musste heute länger arbeiten. Wenn man so einen sozialen Job hat …“
Svens Mutter kam ins Zimmer und schob zwei Fremde herein, die sich etwas nervös umsahen. Sie trugen volle Plastiktüten als Gepäck und hatten billige Nikolausmützen auf. Sie sahen nicht eben sauber aus.
„Das sind Martha und Werner. Die werden mit uns Weihnachten feiern.“
Es war ganz still.
„Sie haben sonst niemand, und draußen ist es kalt“, erklärte die Mutter und blickte in Gesichter, die den Zusammenhang gerade nicht verstanden.
„Aber Karin …“, würgte der Vater hervor, „bei aller Liebe … es ist doch Weih…“
„Eben“, sagte die Mutter.
Tante Edeltraut stand auf. „Eberhard, ich denke, wir sollten jetzt … es ist schon spät …“
„Prima“, meinte Maximilian-Alexander. „Dann brauche ich keine zusätzlichen Stühle zu holen. – Setzt euch doch! Nehmt euch einen Keks.“
„Wirklich Karin!“ Tante Edeltraut lächelte dünn. „Man kann es auch übertreiben. An Weihnachten! Das gehört doch der Familie!“
„Das gehört uns?“, fragte Sven. „Ganz allein uns? Dann hätte ich gerne das mit dem Truck.“
„Du hast das noch nicht richtig verstanden, mein Junge!“, korrigierte Tante Edeltraut, die sich wieder hingesetzt hatte und noch einen Keks nahm, ehe diese etwa von anderen gegessen wurden.
„Du auch nicht, Tante Edeltraut, du auch nicht!“, grinste Maximilian-Alexander.
„Und jetzt singen wir alle was“, sagte Oma. Selten war die stille Zeit so still, wie nach einer solchen Aufforderung.

Doch es wurde ein schönes Weihnachtsfest – selbst ohne Coca-Cola-Truck.

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Neue Geschichten

September 6th, 2016

Was gibt es Neues? Nun ich habe einige Lesungen hinter mir, eine wirklich tolle Zeit auf der Feen Con in Bad Godesberg verlebt. Ich war auch auf dem FEST der Fantasie. Auch da habe ich gelesen. Das FEST ist immer eine wunderbare Angelegenheit. Leider war es dieses Jahr ein bisschen verregnet.

Immerhin ein Buch ist inzwischen neu erschienen, nämlich die Kurzgeschichten-Anthologie „Funtastik“, zu der ich eine Geschichte beigetragen habe. funtastik-cover Ziel der Anthologie war, Fantasy mal von der komischen Seite zu beleuchten. Die Geschichten sind vielfältig und unterschiedlich. Wir haben ja auch alle einen unterschiedlichen Humor.

Eine weitere Geschichte wird auch bald erscheinen. Hier darf ich leider noch nicht mehr verraten.
Mein Roman „Seelenspalter“ wird Anfang nächsten Jahres bei Droemer Knaur  rauskommen. Er hat ein wirklich schönes Cover, das ich euch hier nicht vorenthalten will. Es ist außerdem das erste Buch in meiner neuen Reihe „Klingenwelt“. Und worum geht es?

seelenspalter-cover

Seelenspalter kann man hier vorbestellen.

Maleni ist harmlos. Taryah ist tödlich. Gemeinsam sind sie eine einzige Person, geschult, geformt und seelengespalten vom Assassinenorden der Xyi. Dieser lenkt heimlich und unsichtbar die Geschicke der von Kriegen zerrissenen Acht Reiche Predorenns. Eine Buhlerin und Meuchlerin ohne Gewissen ist Taryah. Eine nette, junge Frau ist Maleni, die auf der Flucht von ihrem letzten Auftrag die Wander-Schmiede Umbert und Elgor trifft. Deren Wissen ist alt und magisch. Sie haben ihre eigenen Pläne mit Maleni, die das jedoch nicht ahnt. Maleni muss gegen blutrünstige Verfolger kämpfen, gegen die besten Mörder der Acht Reiche und gegen ihre eigene innere Meuchlerin. Sie kann niemandem vertrauen, nicht einmal sich selbst – und schon gar nicht dem geheimnisvollen Kämpfer, der bisweilen auftaucht, um wieder im Nichts zu verschwinden.

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Bin wieder da

Juli 6th, 2016

Da muss ich mich jetzt wirklich schämen. Ganz lange habe ich nicht mehr gebloggt. Früher war ich da pünktlicher. Aber ich stelle fest, dass die Tage immer kürzer werden. Hatten sie früher mal 24 Stunden, so scheinen sie jetzt nur noch bestenfalls 17 zu haben. Ich komme nicht mehr so recht hinterher. Und irgendwann finde ich jemandem, dem ich dafür die Schuld zuschieben kann.

Dabei habe ich so viel zu berichten.
Zum letzten Halloween erschien pünktlich „Bisse“ als E-Book bei hockebooks.de. Das hat mich sehr gefreut, denn diese Kurzgeschichten haben einmal den Anfang meines schriftstellerischen Tuns bedeutet. Es sind böse, kleine Geschichten, und eine Portion schwarzer Humor hilft beim Lesen. Oder man lässt sich einfach nur anständig gruseln. Auch das  geht prima.

bisse_ecover    final_malicorn_cover_ebook

 

Und letzte Woche erschien beim gleichen E-Book Verlag „Die Quellen der Malicorn“, das vor drei Jahren als Papierversion mal bei Heyne verlegt worden war. Von dieser Papierversion gibt es nur noch Restbestände bei Online-Händlern. Dafür gibt es jetzt die E-Book Version, die noch einmal kräftig redigiert und mit einem weitaus schöneren Cover versehen wurde.

Jetzt setzt natürlich die Arbeit ein: Literatur-Blogger anschreiben, ob sie vielleicht einen Gastbeitrag von mir haben möchten. Oder das Buch rezensieren möchten. Natürlich wird da auch der Verlag tätig werden, aber man selbst ist da immer auch gefragt. Der zunehmende Aufwand für Marketing, den Autoren selbst übernehmen, stiehlt einem Schreibzeit. Deshalb bin ich auch nicht so recht zum Bloggen gekommen.

Das wird sich jetzt ändern. Denn alles wird besser. Oder so.

 

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Podcast Interview

Juni 21st, 2015

Vor circa einer Woche war Andrea Diener da. Wenn man mein Alter erreicht hat, dann kann man manchmal diesen schrecklichen Satz sagen: „Die/den kannte ich schon, da ging sie/er noch in die Schule“. Bei Andrea ist das so. Ich lernte Andrea kurz vor ihrem Abitur kennen. Wir waren damals beide über unsere irische Lieblingskneipe in der irischen Kultur- und Musikszene unterwegs, wobei ich musizierte und sie tanzte.

Das ist lange her. Inzwischen ist sie Journalistin bei der FAZ, schreibt tolle Reiseberichte und unterhält einen regelmäßigen Podcast, in dem sie die unterschiedlichsten Leute interviewt. So auch mich.

Es war ein netter Abend, den wir auf meinem Sofa verbrachten, beschäftigt mit Fragen und Antworten, wobei ihre Fragen souverän waren, während ich meine Antworten über eine gewisse Grundnervosität schob. Die meisten Interviews, die ich bislang gegeben habe, waren Online-Interviews. Da schicken einem die Interviewer eine Liste Fragen, und man schickt eine Liste Antworten zurück. Der Charme dabei ist: Man hat dazwischen viel Zeit, darüber nachzudenken, was man denn auf welche möglichst kluge Weise sagen will.

Wenn einem einer ein Mikrophon in die Hand gibt, ist das ganz anders. Wie ein Symbol allzu plötzlicher Realität hält man sich an dem Ding fest und hofft, dass man jetzt bitte keinen Unsinn redet. Und nicht allzu oft „ähhh“ sagt. Und ein bisschen später fragt man sich, ob man sich verständlich ausgedrückt hat und ob das breite Grinsen mit zu hören war oder jetzt alle Leute meinen, man hätte behauptet, historische Phantastik erfunden zu haben. (Anmerkung: Habe ich nicht. Gab’s schon vor mir.)

Nach dem Interview haben wir den Abend mit einem Ratsch und einem meiner Lieblingswhiskys abgerundet: Talisker – der sogar mal in einer meiner ersten Kurzgeschichten vor vielen, vielen Jahren eine Rolle spielte.

Und jetzt kann man sich den Podcast anhören, und zwar hier.

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Nominiert!

Juni 19th, 2015

Die Endnominierungsrunde beim Deutschen Phantastik Preis hat begonnen. Indirekt bin ich mit dabei: In „Exotische Welten“ (Susanne & Sean O’Connell [Hg] – O’Connell Press) habe ich eine etwas steampunkige Geschichte geschrieben.

„Im Bilde“ (Mr Jenkins erbt ein Haus in London mit einem Wandgemälde im Studierzimmer, hinter dessen Leinwand sich ein Zugang zu einem sagenhaften Reich befindet. Wider alle Vernunft wird John von einer starken Sehnsucht gepackt und öffnet das Bild…). Die Geschichte lehnt sich an das Coleridge Gedicht „Kubla Khan“ an.

„In Xanadu did Kubla Khan
A stately pleasure-dome decree:
Where Alph, the sacred river, ran
Through caverns measureless to man
Down to a sunless sea …“

Falls Euch „Exotische Welten“ gefallen hat, könnt Ihr Eure Stimme abgeben: Die Hauptrunde für den Deutschen Phantastik Preis läuft vom 20. Juni bis zum 19. Juli.

Falls Ihr die Anthologie noch nicht kennt, dann könnt Ihr hier mehr darüber erfahren.

Wir freuen uns, wenn unsere Geschichten Euch gefallen haben. Und wir freuen uns natürlich auch alle, wenn Ihr dieses „Gefallen“ dadurch ausdrückt, dass Ihr Eure Stimme für die Anthologie abgebt.

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Leserunde

Januar 12th, 2015

„Schwingen aus Stein“, mein letzter Roman, hatte ja auf der letzten Leipziger Buchmesse den SERAPH gewonnen. Das war natürlich eine wunderbare Sache und hat mir im letzten Jahr eine ganze Menge Lesungen an interessanten Orten bei interessanten Menschen eingebracht. (Mein Dank an alle Organisatoren und Zuhörer!)

Trotzdem hat das Buch seinen Weg ein wenig gemächlich in die „Awareness“ der Leser gefunden, könnte gern von noch ein paar mehr Leuten besprochen werden und freut sich auf weitere Leser.

Aber jetzt geht’s los: Ab 16. Januar gibt es eine Leserunde für „Schwingen aus Stein“. Ich werde mit dabei sein und freue mich, wenn möglichst viele Leute mitmachen! Wer also das Buch noch ungelesen auf dem Nachttisch liegen hat oder es kaufen möchte, weil der Weihnachtsmann so gemein war, es nicht zu bringen, der hat jetzt noch einmal die Gelegenheit, in der Gruppe das Buch zu lesen, seine Meinung dazu kundzutun und in gemütlicher Runde darüber zu debattieren. Ich werde mit dabei sein. Hier müsst ihr hin.

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Ein bisschen Meinung …

Dezember 11th, 2014

Was ist eigentlich ein Troll? Nein, ich meine nicht die nackigen Riesen aus dem Hobbit. Ich meine die Leute, die aus Frust oder welchen Gründen auch immer online bösartige und beleidigende Dinge mit wenig Ahnung, keinem Tiefgang und null Relevanz herumtrompeten. So was ist ein Troll.

Es gibt im Online-Rezensionswesen Trolle. Das sind einige (Gottheit sei Dank) wenige Leute, die grundsätzlich nur Verrisse schreiben, dabei nicht nur das Medium (Buch, Film etc.) schlecht besprechen, sondern auch massive und persönliche Angriffe auf die Autoren und Macher und alle jene starten, die dieses Medium mögen.

Ein Buch oder Film nicht zu mögen, ist dabei völlig in Ordnung. Wir müssen nicht alle das gleiche mögen. Wir müssen auch nicht notwendigerweise alle Tolkien mögen. Und man darf das auch sagen, dass man etwas schlecht fand, weil … – Auch das ist in Ordnung.
Rundumschlag-Angriffe auf die Kreativen dahinter und jene, die mit dem kreativen Produkt etwas anfangen können, sind allerdings dann schon recht nahe an der Grenze zum Troll.

Herr Frank (Spiegel Online) geht mit seiner Kritik zum letzten Hobbit-Film bis an diese Troll-Grenze. Er kritisiert nicht nur den Film – ich habe den Film nicht gesehen, also kann ich dazu nichts sagen, vielleicht ist er ja schlecht – sondern er kritisiert gleich noch alles mit, was er irgendwie in der Nähe wähnt, einschließlich denen, die in dem Bereich schaffend tätig sind, und jenen, die die Produkte dieses Schaffens mögen. Einmal rundum Abwatschen an alle. Wir sind alle dumm. Nur er ist klug.

Das ist generell auch das das Problem bei Trollen. Es geht nicht um die Aussage, nur um die Selbstdarstellung. Sollte man seine Medienmacht wirklich dazu benutzen, sich großflächig das verstaubte 70er-Jahre Bildungsbürger-Ego zu pudern, indem man ganze Bevölkerungsteile beleidigt, um sich selbst ein bisschen als E-Kultur-King zu bekränzen?

Märchen und Sagen hat es immer gegeben. Sie gehören zum Menschsein. Archetypen sind in unserem Denken und Fühlen verhaftet. Herr Frank kennt das Wort sicher.

Ja, Phantastik ist Unterhaltung. An Unterhaltung ist erstmal nichts grundsätzlich Verwerfliches. Die Menschheit hat immer schon gefeiert, Wettkämpfe ausgetragen, Geschichten erzählt und Musik gemacht. Alles Unterhaltung. Nur im Puritanismus und vergleichbaren religiös weltanschaulichen Systemen ist das „Sünde“. Damals Sünde – heute Eskapismus. Alles ist Eskapismus. Tatsächlich ist aber auch schon das Fahren eines SUV in einer Großstadt Eskapismus, denn man wird faktisch eher selten mit seinem Vier-Rad-Antrieb in der Vorstadt die Wildnis durchkämmen.

In den 70ern gab es eine Literaturtheorie von Christian Enzensberger (nicht Hans-Magnus, das war sein Bruder), die Theorie des Sinndefizits. Sehr einfach und verkürzt erklärt war das der Ansatz, JEDE Literatur bestünde nur dazu, den defizitären Sinn der Welt durch Fiktion zu verbrämen. Damit wäre JEDE Literatur eskapistisch.

Aber das Eskapismus-Argument ist bei Phantastik ja auch schon längst abgehandelt und in der Versenkung verschwunden – spätestens seit es eine eigene literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Werken und Inhalten der Phantastik gibt, bei der die WissenschaftlerInnen, die sich damit befassen, tatsächlich wissen müssen, worüber sie reden. Meine Güte, muss man wirklich so weit zurückgehen, um ein bisschen Munition für seine bildungsspießerliche Borniertheit zu finden?

Wir „Fantasy-Fans“ könnten nicht zwischen Realität und Irrealität unterscheiden, heißt es. Doch. Können wir– weil wir BEIDES kennen. Es sind gemeinhin die phantasielosen „Realisten“, die sich in religiös/weltanschaulichen Extremgruppierungen wiederfinden, weil sie das Aberwitzige für bare Münze nehmen und keine Erfahrung mit der Rezeption von Fiktion haben. Das Phantastische trainiert unseren Realitätssinn.

Und um auf die von Herrn Frank so gescholtenen LARPER einzugehen: Mir sind Menschen, die mal am Wochenende mit Plastikschwertern Märchen spielen weitaus lieber als solche, die sich mit rechten Parolen und echten Baseballschlägern die Realität zurechtprügeln wollen.

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Lovelybooks Leserpreis

November 6th, 2014

Da ich jetzt auf Lovelybooks bin, kann ich auch an dem Leserpreis teilnehmen. Genauer gesagt, Ihr könnt das. Wenn Euch also „Die Quellen der Malicorn“ oder „Schwingen aus Stein“ gefallen hat, dann würde ich mich freuen, wenn Ihr das Buch auf Lovelybooks nominiert. Dazu müsst Ihr hierhin. Ich sag schon mal Danke!

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