{"id":724,"date":"2019-07-10T14:36:44","date_gmt":"2019-07-10T12:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juhonisch.de\/?p=724"},"modified":"2019-07-10T14:42:24","modified_gmt":"2019-07-10T12:42:24","slug":"sommergedanken-einer-pessimistin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juhonisch.de\/?p=724","title":{"rendered":"Sommergedanken einer Pessimistin"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt immer mehr Dystopien oder Anti-Utopien, denn es ist inzwischen leicht geworden, sich eine Zukunft vorstellen, in der die Welt der Menschen zu einem bitteren Ende kommt. Wir sind so nah dran, dass unsere Gegenwart diese Zukunft schon sp\u00fcren kann. Es brodelt im Geb\u00e4lk. Es giftelt im Gem\u00fct.<\/p>\n<p>Ideen f\u00fcr Dystopien habe ich nat\u00fcrlich auch. Drei Kurzgeschichten, die unterschiedliche Aspekte einer nicht w\u00fcnschenswerten Entwicklung beinhalten, kann man in meiner <a href=\"https:\/\/www.roterdrache.org\/catalog\/Belletristik-Roman-Satire\/Machtschattenspiele::217.html\">Kurzgeschichtensammlung &#8222;Machtschattenspiele&#8220;<\/a> lesen.<\/p>\n<p>Doch die Realit\u00e4t ist bisweilen so grau und erschreckend, dass ich so etwas gar nicht mehr schreiben mag. Es ist, als h\u00e4tte die Wirklichkeit die Fantasie der Autor*innen l\u00e4ngst \u00fcberholt. Ich selbst weiche also aus auf fremde Welten. Wenn <em>die<\/em> kaputtgehen, muss <em>hier<\/em> keiner umkommen. Ich denke aber schon, dass auch die Probleme fremder Welten unsere Lage und unser Leben spiegeln und uns in unserer Entscheidungsfindung zu denken geben. Dazu sind Geschichten da. Dazu waren auch immer M\u00e4rchen da.<\/p>\n<p>Noch 50 Jahre Menschheit &#8211; das hat man jetzt berechnet. Nat\u00fcrlich ist das eine Wenn-Dann-Funktion. Es muss nicht so kommen, aber WENN wir nichts machen als immer mehr Dreck, DANN wird es uns bald nicht mehr in der jetzigen Art zu leben geben. \u00dcbrigens, nicht die Welt geht unter. Nicht einmal alle Tiere sterben. Aber wir, die wir in einer hochtechnisierten Umwelt leben, wir sind dann Vergangenheit. Versteinerte Knochen im Erdreich.<\/p>\n<p>Ein paar Prepper m\u00f6gen noch in irgendwelchen Bunkern ein paar Jahre l\u00e4nger aushalten, um sich dann irgendwann wegen der letzten Reste lebensnotwendiger G\u00fcter gegenseitig mit ihren gehorteten Waffen umzunieten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann es auch sein, dass wir uns schon vorher alle um die Ressourcen kloppen, bis vielleicht noch die letzten Ressourcen da sind, aber wir nicht mehr. Mit dem ansteigenden hirn- und verantwortungslosen Nationalismus, nicht nur bei uns, sondern \u00fcberall, kann man davon ausgehen, dass jedes Land, jede Region der Meinung ist, ihm st\u00fcnde mehr zu als dem Nachbarn.<\/p>\n<p>L\u00f6sen k\u00f6nnen wir das Problem aber nur gemeinsam. Es hat gar keiner der &#8222;einsamen Entscheider&#8220; mehr das Wissen, um noch allein irgendwohin zu preschen. Es n\u00fctzt auch nichts. Wir m\u00fcssen uns also fragen, was wir alle und jeder Einzelne tun kann. Gar nichts tun hei\u00dft: 2050 ist es vorbei. Da hilft kein Krakeelen und kein Leugnen.<\/p>\n<p>Ich wollte gar nichts Politisches schreiben. Aber es dr\u00e4ngt mir aus der Feder.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt immer mehr Dystopien oder Anti-Utopien, denn es ist inzwischen leicht geworden, sich eine Zukunft vorstellen, in der die Welt der Menschen zu einem bitteren Ende kommt. Wir sind so nah dran, dass unsere Gegenwart diese Zukunft schon sp\u00fcren kann. Es brodelt im Geb\u00e4lk. Es giftelt im Gem\u00fct. Ideen f\u00fcr Dystopien habe ich nat\u00fcrlich auch. Drei Kurzgeschichten, die unterschiedliche Aspekte einer nicht w\u00fcnschenswerten Entwicklung beinhalten, kann man in meiner Kurzgeschichtensammlung &#8222;Machtschattenspiele&#8220; lesen. Doch die Realit\u00e4t ist bisweilen so grau und erschreckend, dass ich so etwas gar nicht mehr schreiben mag. Es ist, als h\u00e4tte die Wirklichkeit die Fantasie der Autor*innen l\u00e4ngst \u00fcberholt. Ich selbst weiche also aus auf fremde Welten. Wenn die kaputtgehen, muss hier keiner umkommen. Ich denke aber schon, dass auch die Probleme fremder Welten unsere Lage und unser Leben spiegeln und uns in unserer Entscheidungsfindung zu denken geben. Dazu sind Geschichten da. Dazu waren auch immer M\u00e4rchen da. Noch 50 Jahre Menschheit &#8211; das hat man jetzt berechnet. Nat\u00fcrlich ist das eine Wenn-Dann-Funktion. Es muss nicht so kommen, aber WENN wir nichts machen als immer mehr Dreck, DANN wird es uns bald nicht mehr in der jetzigen Art zu leben geben. \u00dcbrigens, nicht die Welt geht unter. Nicht einmal alle Tiere sterben. Aber wir, die wir in einer hochtechnisierten Umwelt leben, wir sind dann Vergangenheit. Versteinerte Knochen im Erdreich. Ein paar Prepper m\u00f6gen noch in irgendwelchen Bunkern ein paar Jahre l\u00e4nger aushalten, um sich dann irgendwann wegen der letzten Reste lebensnotwendiger G\u00fcter gegenseitig mit ihren gehorteten Waffen umzunieten. Nat\u00fcrlich kann es auch sein, dass wir uns schon vorher alle um die Ressourcen kloppen, bis vielleicht noch die letzten Ressourcen da sind, aber wir nicht mehr. Mit dem ansteigenden hirn- und verantwortungslosen Nationalismus, nicht nur bei uns, sondern \u00fcberall, kann man davon ausgehen, dass jedes Land, jede Region der Meinung ist, ihm st\u00fcnde mehr zu als dem Nachbarn. L\u00f6sen k\u00f6nnen wir das Problem aber nur gemeinsam. Es hat gar keiner der &#8222;einsamen Entscheider&#8220; mehr das Wissen, um noch allein irgendwohin zu preschen. Es n\u00fctzt auch nichts. Wir m\u00fcssen uns also fragen, was wir alle und jeder Einzelne tun kann. Gar nichts tun hei\u00dft: 2050 ist es vorbei. Da hilft kein Krakeelen und kein Leugnen. Ich wollte gar nichts Politisches schreiben. 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